Chronik

Logo des THW z.Zt. der OV Gründung (By Technisches Hilfswerk (File:THW Logo 1950er.png) [Public domain], <a href='http://commons.wikimedia.org/wiki/File:THW_Logo_1950er.svg'>via Wikimedia Commons</a>)

Die Struktur des THW ist weltweit einmalig: Organisatorisch gehört das THW als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern. Jedoch sind nur ein Prozent der Mitarbeiter hauptamtlich für die Behörde tätig. 99 Prozent der THW-Angehörigen arbeiten ehrenamtlich im THW. In 668 Ortsverbänden engagieren sich bundesweit mehr als 80.000 Helferinnen und Helfer in ihrer Freizeit, um Menschen in Not kompetent und engagiert Hilfe zu leisten. So kann im Notfall auf

 

730 Technische Züge mit rund

1.000 Fach- und

1.440 Bergungsgruppen und ihren

8.400 Fahrzeugen sowie

umfangreichem technischem Spezialgerät

 

 

zurück gegriffen werden. Damit sind sie für ihre vielfältigen Einsatzoptionen gerüstet.

 

Das THW setzt auf eine Kombination von universellen Basiskomponenten und spezialisierten Fachgruppen, um den vielfältigen Anforderungen gewachsen zu sein. Die Fachgruppen sind modular aufgebaut und verfügen über vielfältige Kompetenzen wie

 

Ortung

Elektroversorgung

Beleuchtung

Räumen und Bergen

Sprengen

Wasserschaden/Pumpen

Trinkwasserversorgung

Brückenbau

Retten auf dem Wasser

Ölschadenbekämpfung

Logistik

Infrastruktur

Führung und Kommunikation

 

 

 

Das Technische Hilfswerk passt bereits seit sechs Jahrzehnten seine Strukturen flexibel den sich ändernden Gefahrenlagen an. Modernes Einsatzgerät und gut ausgebildete Spezialisten sind Grundlage der hohen Effizienz - in Deutschland und in der ganzen Welt. Im Jahr 2008, leistetet das THW allein 390.000 Einsatzstunden.

Dies ist Hilfe, die ankommt bei

 

Unwettern

Hochwassern

Stromausfällen

Großbränden

Gebäudeeinstürzen

Gasexplosionen

Zugunglücken

LKW-Unfällen

Flugzeugabstürzen

… und vielem mehr!

 

 

Mit jährlich mehreren tausend kleinen und großen Einsätzen bildet das THW eine feste Säule des Bevölkerungsschutzes in Deutschland.

 

Auch im Ausland ist das THW aktiv, um zeitnah und zuverlässig Hilfe zu leisten. Das Leistungsspektrum reicht von der akuten Soforthilfe, zum Beispiel nach einem schweren Erdbeben, bis zum mittelfristigen Engagement beim Wideraufbau. Das THW ist der humanitäre Botschafter der Bundesregierung in der Welt.

 

 

Vom Leitbild des THW

Staat und Bürger verstehen sich im THW als Partner für eine gemeinsame Sache – die Bevölkerung vor allen möglichen Gefahren bestmöglich zu schützen. - Durch die Einbeziehung des Ehrenamtes mit seiner Verwurzelung in allen Schichten und Berufen der Bevölkerung erfährt das THW ihre wesentliche Erweiterung und Effizienz. Mit dem Ehrenamt im Bevölkerungsschutz werden bewusst Bürger in staatliches Handeln einbezogen.

 

Die THW-Aufgabe der Technisch-Humanitären Hilfe wird in der Organisationsstruktur einer Bundesbehörde, aber im Selbstverständnis einer von ehrenamtlichen Angehörigen getragene Einsatzorganisation erbracht.

 

Unsere Leitsätze

Zehn Leitsätze bringen auf den Punkt, was das Selbstverständnis und den Umgang der THW-Angehörigen miteinander und im Geflecht der nationalen und internationalen Hilfsorganisationen prägen.

 

Das Leitbild verpflichtet alle Angehörigen des Technischen Hilfswerks.

Wir sind eine ehrenamtlich getragene staatliche Organisation der Bundesrepublik Deutschland.

Unser im THW-Gesetz festgelegter Auftrag ist Leistung technisch-humanitärer Hilfe, auch weltweit, und im Zivilschutz.

Wir sind ein THW – identifizieren uns mit unserem Staat und bekennen den Auftrag als unser gemeinsames Ziel.

In Verantwortung für unser Ziel bereiten wir uns mit aller Kraft und allem Können für den Einsatz vor.

Kameradschaft, Verlässlichkeit, Loyalität und gegenseitige Achtung prägen unseren Umgang miteinander.

Die Mitgestaltung der Helferschaft in den Gremien ist Voraussetzung bei der Führung und Weiterentwicklung des THW.

Kommunikation ist unser wichtigstes Führungsinstrument.

Jede Herausforderung wird als Chance zur Verbesserung betrachtet.

Die THW-Jugend ist unsere Zukunft.

 

 

 

 

Zur Geschichte des THW und der Faszination Helfen

 

Das Technische Hilfswerk blickt auf eine ereignisreiche Entwicklung und viele Jahre ehrenamtliches Engagement zurück. Am 22. August 1950 vereinbarten der damalige Bundesinnenminister Gustav Heinemann und Otto Lummitzsch, mit der Aufstellung eines zivilen Ordnungsdienstes zu beginnen. Heute ist die Bundesanstalt eine moderne Hilfsorganisation und weltweit tätig.

 

Es war die Zeit des Wiederaufbaus Deutschlands, als sich Heinemann und Lummitzsch am 22. August 1950 in Bonn zu Gesprächen über den Aufbau Zivilschutzeinrichtung in der Bundesrepublik trafen. In der neugegründeten Republik waren zum damaligen Zeitpunkt kaum Strukturen des Bevölkerungsschutzes vorhanden. Daher bedeutet der mündliche Auftrag, die der Bundesinnenminister an jenem Abend gab, eine entscheidende Neuerung im deutschen Zivil- und Katastrophenschutz. Einen Monat später hielt Lummitzsch den schriftlichen Auftrag Heinemanns in Händen, mit „den Arbeiten für die Aufstellung eines zivilen Ordnungsdienstes“ zu beginnen. Der Gründungstag des THW wird seither traditionell am 22.August gefeiert. Lummitzsch wurde der erste Direktor des neuen Technischen Hilfswerks. Seit 1953 ist das THW durch den Errichtungserlass des Bundesinnenministeriums eine Bundesanstalt.

 

In der Epoche des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands wurde das THW auch zur Aufrechterhaltung der „Öffentlichen Sicherheit“ gegründet. Seitdem hat sich das THW jedoch in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Von Anfang an gleich geblieben ist der Leitgedanke der Bundesanstalt, der hinter den Einsätzen der freiwilligen Helferinnen und Helfer steht. Sich ehrenamtlich für den Schutz der Bevölkerung und notleidende Menschen zu engagieren, ist eine humanitäre Idee, die das THW nicht nur im Inland, sondern auch weit über die Grenzen der Republik und Europas hinaus bekannt macht.

 

THW - die „Blauen Engel“


Seit rund 60 Jahren ist das THW täglich in Deutschland im Einsatz, um technische Hilfe zu leisten - angefangen bei Unglücken wie der Sturmflut in Hamburg und dem Grubenunglück von Lengede, die in den sechziger Jahren die Nation bewegten, über die Hochwassern an Elbe und Oder zur Jahrtausendwende bis hin zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Die Reparaturarbeiten nach der Sturmflut 1953 in den Niederlanden markieren den Beginn der Einsätze des THW im Ausland. Es folgten humanitäre Hilfsleistungen nach Dürreperioden, Bürgerkriegen und Erdbeben in Afrika, Europa und Südamerika sowie in Südostasien nach der Tsunami-Katastrophe. „Blaue Engel“ wurden die Helferinnen und Helfer des THW im Jahr 1999 von der französischen Bevölkerung getauft, als das THW nach Orkan „Lothar“ bei der Beseitigung der Schäden in Frankreich half. Nach Hurrikan Katrina (2005) leistete das THW zum ersten Mal in seiner Geschichte in den Vereinigten Staaten technische Hilfe. Das Erdbeben in Haiti ist ein weiteres Kapitel der humanitären Hilfe im Ausland: das THW versorgte die Bevölkerung mit Trinkwasser und unterstützte die Deutsche Botschaft bei der Koordinierung der deutschen Hilfsmaßnahmen.

Durch seine Hilfeleistungen im In- wie im Ausland erbringt das THW einen Beitrag dazu, Not und Unglück zu mindern. Es verwirklicht durch seine Einsätze nach Unglücken und in seinen langfristig angelegten Wiederaufbauprojekten im Namen der Bundesrepublik weltweit humanitäre Hilfe. Dies hat nicht selten, wie nach dem Einsatz des THW in Skopje, Jugoslawien 1963, zur Vertiefung der politischen Beziehungen zwischen den Ländern geführt. Heute ist das THW als international tätige Einsatzorganisation an der weltweiten Verzahnung aller Hilfsorganisationen beteiligt. Als kompetenter Partner kommt dem THW dabei sowohl bei den Vereinten Nationen als auch in der Europäischen Union eine tragende Rolle zu.

 

Packen auch Sie mit an!

Zeigen Sie Tatkraft, Stärke und Mut.

Ihr Engagement ist gefragt!